Die Kostenlupe: eine kleine Milchmädchenrechnung zum Velo-Pendeln

Das Internet ist voll von Artikeln und Studien, die allesamt dieselbe Botschaft verbreiten: “Radfahren ist gesund, Radfahren schont die Umwelt, Radfahren kostet fast nichts“ und so weiter. Dass die ersten beiden Aussagen stimmen, steht natürlich außer Frage. Aber was kostet es eigentlich wirklich, dauerhaft auf das Fahrrad umzusatteln? Unsere Suboptimierer aus der BWL-Abteilung haben für Euch mal knallhart nachgerechnet.

Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, sollten wir zu Beginn Hauptkriterien festlegen, von welchen das Endergebnis abhängt. Diese wären:

1.Wie lange hält das Bike durch?

2.Wie oft nutze ich mein Rad?

3.Mit welchen Anschaffungskosten muss ich rechnen?

4.Was kostet mich Radfahren im Alltag?

 

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1.Die Haltbarkeit

Wie lange Du Dein Fahrrad nutzen kannst, hängt natürlich ganz vom Fahrverhalten und der Nutzungsintensität ab. Damit es nicht zu kompliziert wird, richten wir uns an den Gesetzgeber. Der rechnet mit 7 Jahren Nutzungsdauer. Außerdem müssen die jährlichen Witterungsschwankungen (Stichwort: Glatteis und Hoch-Sommer) bedacht werden. Deshalb halbieren sich für viele Radler die gefahrenen Jahreskilometer, etwa um die Hälfte.

 

2.Gefahrene Kilometer

Die Kosten pro Kilometer sind an die gefahrenen Jahreskilometer gebunden. Aber jeder kann sich ungefähr die zu erwartenden Strecken vorstellen und dann ausrechnen. Am besten ist es die jeweilige Fahrtstrecke mit der erwarteten Häufigkeit zu multiplizieren. Häufige Gründe, sich aufs Rad zu schwingen sind etwa Arbeit, Sport, Einkäufe, Besuche, Touren usw.

Die erstrampelten Gesamtkilometer belaufen sich unter Berücksichtigung von Witterung, Urlaub, Krankheit usw. im Durchschnitt auf 1600 Kilometer pro Jahr. Diese eher moderate Fahrleistung ergibt sich aus der Multiplikation von drei Wochenstunden reiner Fahrtzeit mit 36 Wochen p.a.

 

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3.Die erwarteten Anschaffungskosten

Um die Größe einer Komplettausstattung lässt sich natürlich gut diskutieren. Der eine verzichtet auf Schlechtwetter-Equipment und der andere legt prinzipiell Wert auf Qualität. Der Mittelwert für unverzichtbare Ausstattung wie Falthelm, Schloss und Pendlerrucksack liegt geschätzt bei ca. 800€.
Optionales Zubehör wie Lifestyle Accessoires (Tacho, Handyhalterung…) und Allwetterausrüstung (Gamaschen, Spikes, Handschuhe..) treiben die Kosten natürlich in die Höhe.

 

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4. laufende Kosten

Im Alltag anfallende Betriebskosten sind abhängig von zwei Faktoren. Erstens von der erbrachten Fahrleistung, was beispielsweise für Kette und Bremsen gilt. Zweitens von der gesamten Nutzungsdauer, denn Reifenmantel und Sattel verschleißen zusätzlich durch Sonne und andere Wettereinflüsse. Auch die Qualität, Pflege und Wartung spielt eine große Rolle. Wenn Fahrradteile pfleglich behandelt werden, halten sie prinzipiell wesentlich länger. So sollten Reifen alle 4 Wochen aufgepumpt und nach einer Regenfahrt der Antrieb getrocknet und geölt werden. Auch die Bremsen müssen regelmäßig auf Abnutzung geprüft und evtl. gewechselt werden.

Laut einer Studie des ADFC belaufen sich die Betriebskosten im Schnitt auf 250 € jährlich. Das macht lediglich 15,6 Cent pro gefahrenen Kilometer.

 

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Gesamtergebnis

Zusammengefasst ergeben sich also bei 7 Jahren Nutzungszeit 1750 € Betriebskosten und 800 € Anschaffungskosten – Das macht in Summe 2550 € Gesamtkosten. Nur zum Vergleich – ein Auto verbrennt allein an Betriebskosten in einem Jahr stolze 9900 €!

 

Fazit

Sieg auf ganzer Linie für das Fahrrad. Nicht nur was das liebe Geld betrifft sind Räder dem Auto um Längen voraus. Auch was Dinge wie Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance und gesundheitlicher Mehrwert betrifft, sind die Alternativen zum Velo-Pendeln rar gesät. Jobtickets für Bahn und Bus kosten schnell mal über 1500 € im Jahr und Mitfahrgelegenheiten sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Also ab aufs Rad und los geht der Spaß.

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